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Zurückhaltung beim Mobile Banking

Jenseits des Atlantiks sind mobile Bankgeschäfte längst Alltag: Schon jeder zweite US-Amerikaner bezahlt Einkäufe, beantragt Kredite oder kauft Wertpapiere mit seinem Smartphone. Hierzulande ist das anders: Die Kunden in Deutschland reagieren auf solche Angebote noch sehr zurückhaltend.

Hausbanken werden bevorzugt
Die Mehrheit der deutschen Kunden hat noch Sicherheitsbedenken gegen die Pläne von Google, Apple & Co., sich auch als Finanzdienstleister zu etablieren. Drei Viertel bevorzugen für künftige Kreditgeschäfte per Smartphone ihre Hausbank statt eines Unternehmens aus einer „bankfremden“ Branche. Gut 60 Prozent der Befragten geben zudem an, sie würden bei den Internet- oder Technologiekonzernen die Beratungs- und Serviceleistungen ihres eigenen Geldinstituts vermissen. Ermittelt wurden diese Zahlen durch eine repräsentative Umfrage der Berliner Unternehmensberatung Cofinpro.

Unterschiedliche Konditionen bei der Kreditvergabe
Doch auch die Banken haben, wie die Studie zeigt, beim Mobile Banking noch Nachholbedarf. Fast ein Drittel der Kontoinhaber bemängelt unterschiedliche Konditionen bei der Kreditvergabe, je nach dem, ob man den Antrag online oder in einer Filiale stellt. Weiteres Ärgernis: „In der Praxis erleben die Kunden häufig, dass detailliert ausgefüllte Online-Anträge in der Filiale nicht einsehbar sind“, sagt Dirk Ungemach-Strähle von Cofinpro. „Und dann beginnt der bürokratische Aufwand von vorne.“ Solche „Brüche in der Kundenkommunikation“ müssten die Banken schnellstens beheben. Als Vorbild empfiehlt er Konfigurationssysteme, wie sie beispielsweise bei der Online-Bestellung von Autos längst zur Verfügung