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Weniger Spam, mehr Cyberkriminalität

Das Spam-Aufkommen in den weltweiten Mailboxen sinkt – eine gute Nachricht, aber leider kein Grund, sich beruhigt zurückzulehnen. Denn die Abzocker aus dem Web haben dazugelernt und gehen immer raffinierter vor. Das unterstützen die Zahlen der Kriminalstatistik: Die Cyberkriminalität in Deutschland nimmt zu.

Spam-Aufkommen sinkt deutlich
Einen „signifikanten Rückgang des Spam-Aufkommens“ hat Kaspersky Lab, der russische Spezialist für Sicherheitssoftware, für das erste Quartal 2013 vermeldet. Demnach ist der Spam-Anteil am weltweiten Mail-Aufkommen auf „nur“ noch 66,5 Prozent gesunken. Im Vergleichs-Quartal des Vorjahres waren es noch zehn Prozentpunkte mehr.

Spam-Mails immer schwerer zu erkennen
Dennoch bleibt weiterhin höchste Vorsicht im Umgang mit Spam-Mails angebracht – und das besonders hierzulande. Denn laut Kaspersky erhalten gerade deutsche Internet-User besonders gefährlichen Spam: Über elf Prozent der Mails enthalten schädliche Anhänge oder Links auf infizierte Webseiten. Bestätigt wird dies durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dort hat man registriert, dass Spam-Mails immer perfekter werden. Die Zeiten, in denen sie an Fehlern relativ leicht zu erkennen waren, seien vorbei. Inzwischen wirken viele dank fehlerfreier Sprache und personalisierter Ansprache erstaunlich echt.

Beträchtliche Dunkelziffer vermutet
Gleichzeitig gab das Bundesinnenministerium bekannt, dass die „Cyberkriminalität“ – gemeint sind Straftaten, die unter Ausnutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik begangen wurden – zugenommen hat: Insgesamt habe man 2012 rund 64.000 Fälle registriert, ein Anstieg um 7,5 Prozent. Vermutliche gebe es darüber hinaus eine beträchtliche Dunkelziffer.