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Was tun, wenn sich Abmahner melden?

Das kann jedem Internetsurfer blühen: Da kommt eines Tages ein Schreiben oder eine E-Mail, in der Anwälte Schadenersatz von ihm fordern – angeblich habe er illegal Daten aus dem Web geladen. Der User ist sich keiner Schuld bewusst und sauer. Aber was tut man in einem solchen Fall?

Betrüger schwer zu erkennen
Viele User sind durch solche Schreiben zu Recht verunsichert. Immerhin wird da mit juristischen Schritten gedroht, angesichts derer der geforderte Schadenersatz – manchmal geht es „nur“ um Beträge von 100 Euro – wie das kleinere Übel wirkt. Einige zahlen, um die leidige Sache aus der Welt zu schaffen, doch damit gehen sie unter Umständen einem Betrüger auf den Leim. Aber wie soll man das erkennen? Und was soll man stattdessen tun?

Ernst zu nehmende Abmahnungen kommen meist per Post
Leider gibt es kein Patentrezept: Denn neben dreister Abzocke gibt es ebenso berechtigte, seriöse Abmahnungen (die man auf keinen Fall ignorieren sollte). Darum sollte man sich das Schreiben genau anschauen: So kommen ernst zu nehmende Abmahnungen in aller Regel nicht per E-Mail, sondern per Post. Das Anschreiben enthält Adresse, Steuernummer und weitere nachprüfbare Daten der mahnenden Anwaltskanzlei sowie klare Angaben zum vorgeworfenen Vergehen. Letzteres fehlt in Mail-Abmahnungen meist.

Zahlungsweise gibt Hinweis
Weitere Indizien: Während echte Kanzleien Wert auf korrekte Rechtschreibung legen, wimmelt es in vielen Fake-Abmahnungen von Fehlern. Zudem wird das angebliche Vergehen oft nicht präzise beschrieben, manchmal fehlt sogar die korrekte Anrede. Den deutlichsten Hinweis, so sagen Experten, gibt jedoch die verlangte Zahlungsweise: Werden beispielsweise Verfahren wie „Ukash“ oder „Paysafecard“ (damit lässt sich Geld an einen anonymen Empfänger überweisen) verlangt, sollte man hellhörig werden: Sie sind bei seriösen Kanzleien unüblich.

Juristischen Rat einholen
Fazit: Liegen die oben beschriebenen Anzeichen vor, spricht viel für Abzocke. Vorsicht hingegen, wenn die Abmahnung per Post kommt und dem Anschein nach von einem echten Anwalt stammt: Auch wenn man sich völlig unschuldig wähnt, sollte man auf jeden Fall schnell juristischen Rat einholen. Denn hier geht es oft um hohe Summen – und sehr kurze Einspruchsfristen.