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Vom Kabarett bis zum „Unortkataster“

Kabadu

Im Rahmen des CitizenMedia-Projektes der EU werden neue Ideen und Konzepte für das Internet entwickelt. Köln ist ganz vorn dabei, denn hier werden gleich mehrere dieser Konzepte umgesetzt, unter anderem durch die Kunsthochschule für Medien und NetCologne. Realisiert wurden bereits so unterschiedliche Ideen wie ein Kabarett-Portal – und ein sogenanntes Unortkataster.

Neue Plattformen für das Internet
Das EU-weite Medien-Projekt CitizenMedia wurde im September 2006 gestartet. Sein Ziel ist, neue Formate und Plattformen für das Internet zu entwickeln, deren Inhalte mit den Nutzern gemeinsam erstellt werden können (ähnlich wie bei YouTube). Beteiligt sind Partner aus ganz Europa, in Deutschland unter anderem die Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) – und auch NetCologne, die vor allem im technischen Bereich Unterstützung leistet.

Etablierte und Nachwuchs-Kabarettisten stellen sich vor
Eines der – im wahrsten Sinne des Wortes – witzigsten Ergebnisse des Projekts sind die beiden Portale www.kabadada.de und www.kabadu.de. Hier können sich Kabarettisten und Comedians vorstellen – die Profis auf kabadada (Bild), der Nachwuchs auf kabadu. Das Angebot wird angenommen: Mittlerweile haben sich auf beiden Portalen zusammen rund 350 Künstler registriert – viele davon nicht nur mit ihren Daten, sondern auch mit eigenen Videos. „Sie bekommen so die Möglichkeit, neue Vernetzungen aufzubauen“, erklärt Rüdiger Berg, Projektleiter an der KHM, der inzwischen für das Projekt kräftig die Werbetrommel rührt. „CitizenMedia läuft demnächst aus“, erklärt er. „Aber wir wollen einen Träger finden, der die beiden Plattformen weiter vorantreibt. Denn sie eröffnen noch viele zukunftweisende Möglichkeiten.“

Kabadu-Liveshow am 7. April
Eine der öffentlichkeitsschaffenden Maßnahmen ist die „Kabadu-Show“, die am 7. April im „Theater im Hof“ in der Kölner Roonstraße stattfindet. Dabei treten zahlreiche Amateur-Comedians live auf – und gleichzeitig wird die komplette Show ab 20 Uhr auf www.kabadu.de im Internet übertragen.

Schandflecke werden dokumentiert
Ein anderes CitizenMedia-Projekt ist das Unortkataster Köln, eine Seite, auf der Bürger die Möglichkeit haben, auf Mängel im Stadtbild hinzuweisen – indem sie solche „Unorte“ dokumentieren und auf der Seite veröffentlichen. Die Idee dahinter: Die Anwohner als die eigentlichen „Benutzer der Stadt“ verfügen über wertvolles lokales Wissen, das auf diesem Weg in die Diskussion um die Entwicklung des Stadtbildes einfließen kann. Das Projekt hat bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen – selbst Kölns OB äußerte sich bereits lobend darüber. „Das ist natürlich prima“, freut sich Berg. „Aber jetzt muss noch der nächste Schritt folgen: Die Stadt muss aktiv auf den Diskussionsbeitrag der Bürger im Unortkataster reagieren.“