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Vier Fragen an …

Tobias Wagner (rechts) und Wilfried Michel (links), hier beim Kennenlern-Treffen Anfang Dezember in der Uni Köln mit Günter Nowitzki von NetCologne, sind die beiden ersten NetCologne-Stipendiaten.

Freizeichen: Meine Herren, bitte erzählen Sie ein wenig über sich.

Tobias Wagner: Ich bin 23 und komme aus Waldbröl. Ich habe an der Uni Siegen den Bachelor in Wirtschaftsinformatik gemacht und studiere seit einigen Monaten den Masterstudiengang „Information Systems“ in Köln.

Wilfried Michel: Ich bin 21, in Köln geboren, und studiere seit dem Wintersemester 2010/2011 Physik, bin jetzt also im 3. Semester.

Freizeichen: Köln ist kein billiges Pflaster. Wie sind Sie bisher über die Runden gekommen? Mussten Sie jobben?

Tobias Wagner: Als ich noch in Siegen studierte, habe ich bei meinen Eltern gewohnt, musste also keine eigene Wohnung finanzieren. Ich hatte dort aber einen Tutoren-Job auf 400-Euro-Basis. Er hat mir viel Spaß gemacht, aber die Zusatzbelastung habe ich doch deutlich gespürt. Jetzt habe ich eine Wohnung in Köln, damit fallen allein durch Miete, Lebensmittel usw. mindestens 500 Euro pro Monat an fixen Kosten an. Ohne Nebenjob wäre das nicht zu stemmen.

Wilfried Michel: Ich bin bis jetzt ohne Jobben ausgekommen. Aber ich kenne viele Kommilitonen, die regelmäßig nachmittags arbeiten und wenig Zeit haben, Stoff aus den Vorlesungen nachzuarbeiten. Das macht es viel schwerer, den Abschluss in der Regelstudienzeit zu schaffen. Dank des Stipendiums habe ich jetzt Zeit für ein weiteres Nebenfach: Ich hätte sonst nie die Möglichkeit, eine Chemievorlesung zu besuchen.

Freizeichen: Was glauben Sie: Wie wird sich das Stipendium auf Ihr Studium auswirken?

Tobias Wagner: Mir nimmt es eine große Last von den Schultern. Ich kann mich viel besser auf die Uni konzentrieren. Vielleicht kann ich sogar einige meiner Hobbys weiter pflegen, zum Beispiel Fußball und unsere Dorfgemeinschaft – einen solchen Ausgleich zur Uni braucht man einfach. Ich möchte mich daher ausdrücklich bei NetCologne für die Unterstützung bedanken.

Freizeichen: Wissen Sie schon, was Sie nach dem Studium machen wollen?

Tobias Wagner: Als Wirtschaftsinformatiker ist man bei der Berufswahl relativ offen. Ich möchte Prozesse in Unternehmen analysieren und optimieren, um die Wirtschaftlichkeit und das soziale Miteinander zu verbessern. Ich könnte mir gut vorstellen, in beratender Funktion zu arbeiten, aber auch viele Jobs in mittelständischen Firmen sind reizvoll.

Wilfried Michel: Physik hat mich schon auf der Schule begeistert, daher war für mich klar, was ich nach dem Abi studieren wollte. Aber was ich später beruflich machen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich werde erst mal bis zum Master weiterstudieren und danach den Arbeitsmarkt in Augenschein nehmen – mal sehen, welche Stellen es dann für Physiker gibt. Aber vielleicht promoviere ich sogar.