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Sein Kreuzchen zur Wahl online machen

Bereits jeder zweite Bundesbürger kann sich durchaus vorstellen, seine Stimme bei einer Wahl nicht mehr per Kugelschreiber im Wahllokal, sondern per Online-Mausklick am heimischen Schreibtisch abzugeben. Das ergab eine Umfrage, die das „Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ (DIVSI) in Hamburg in Auftrag gegeben hat.

Positive Wirkung auf die Wahlbeteiligung?
Von den bundesweit befragten 2.000 Personen über 18 Jahre waren fast zwei Drittel (64 Prozent) sogar der Ansicht, dass sich das Angebot einer elektronischen Stimmabgabe positiv auf die Wahlbeteiligung auswirken könne. Diese Meinung ist vor allem unter jüngeren Wahlberechtigten verbreitet: Von den 18- bis 24-Jährigen glauben dies 75 Prozent, von den 25- bis 34-Jährigen sogar 80 Prozent. Aber auch über die Hälfte (54 Prozent) der Befragten über 65 zeigt sich davon überzeugt.

„Instrument der politischen Information und Teilhabe“
„Für viele Menschen ist das Internet kein Neuland mehr, sondern ein wichtiges Instrument der politischen Information und Teilhabe“, kommentierte DIVSI-Direktor Matthias Kammer das Ergebnis. „Das bringen die Befürworter der Online-Wahl deutlich zum Ausdruck.“

Skepsis ist ebenfalls weit verbreitet
Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass die Untersuchung auch weit verbreitete Vorbehalte gegen eine Online-Wahl deutlich gemacht habe. Denn immerhin gaben 46 Prozent der befragten Bürger an, sich nicht vorstellen zu können, online zu wählen. Als wichtigste Gründe nannten sie fehlendes Vertrauen in Online-Wahlsysteme, Zweifel an der Wahrung des Wahlgeheimnisses sowie Angst vor Manipulation und Datenmissbrauch durch eine Speicherung der abgegebenen Stimmen.