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Online in die Pfanne gehauen

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Eine „hohe Internet-Moral“ attestiert eine neue Studie den deutschen Websurfern: Neun von zehn geben an, noch nie jemanden im Netz in die Pfanne gehauen zu haben – und dies auch nicht vorzuhaben. Anderswo sieht man das weniger eng.

Klarer Verstoß gegen die Netiquette
Im Internet ein Gerücht zu streuen oder jemanden online an den Pranger zu stellen, ist erstens nicht die feine Art und zweitens ein klarer Verstoß gegen die „Netiquette“, die guten Sitten des Webs (die allerdings zu den ungeschriebenen Gesetzen zählen). Doch natürlich passiert dies trotzdem gelegentlich: Die Palette reicht von der vergleichsweise harmlosen Online-Tratscherei in einem Chatroom bis hin zu handfesten Verunglimpfungen, die über Homepages verbreitet werden.

88 Prozent haben noch nie denunziert
Die Personen-Suchmaschine yasni hat kürzlich eine Untersuchung durchgeführt, wie es die deutschen Internet-User mit diesem Thema halten. Das Ergebnis: In 88 Prozent der Antworten gaben die Befragten an, sie hätten noch nie jemanden online denunziert und würden dies auch niemals tun. Immerhin sieben Prozent erklärten, sie hätten über eine solche Schritt schon einmal nachgedacht, es dann aber doch bleiben lassen. Und fünf Prozent gaben zu, schon mal jemanden im Net an den Pranger gestellt zu haben (wobei einige die fragliche Behauptung später wieder löschten).

Völlig andere Ergebnisse in den USA
Mit diesem Ergebnis (falls es denn tatsächlich den Realitäten entspricht) darf man durchaus zufrieden sein, denn es bescheinigt den deutschen Usern eine vergleichsweise hohe „Internet-Moral“. Anderswo ist man da weniger pingelig (oder ehrlicher): Die gleiche Umfrage in den USA ergab völlig andere Ergebnisse. Dort erklärten über die Hälfte der rund 1.000 Umfrage-Teilnehmer, sie hätten schon mal jemanden online denunziert – und zwar ohne Reue. „Anscheinend“, so yasni-Gründer Steffen Rühl überrascht, „besteht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in diesem Punkt noch etwas Nachholbedarf.“