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Nur „befriedigend“ für
Musik-Portale

Musikportal

Das Herunterladen von Musik aus dem Internet ist vor allem bei jüngeren Internet-Surfern sehr beliebt. Die Umsätze in diesem Bereich sind noch relativ gering, doch immerhin: Sie steigen. Eine Studie belegt jedoch: Die meisten Musik-Portale haben Schwächen – vor allem mit dem Service hapert es noch.

Steigende Umsätze mit Downloads
Der Verkauf von Musik-CDs sank in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um rund 37 Prozent. Vor allem bei jungen Leuten ist der Silberling out – sie laden sich die Musik aus dem Netz. Inzwischen registriert die Audiobranche, die sich lange gegen den neuen Trend sperrte, steigende Umsätze mit Musik-Downloads: 2007 Jahr waren es in Deutschland rund 60 Millionen Euro. 2008 werden es wohl deutlich mehr sein, denn bereits der Umsatz des ersten Quartals lag 45 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Keiner besser als „befriedigend“
Grund genug für das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) in Hamburg, 15 Musikportale einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und ihr Angebot und ihren Kundenservice zu vergleichen. Das Ergebnis war recht ernüchternd: Besser als „befriedigend“ schnitt keiner der Anbieter ab.

Wenig Preisangebote und Zahlungsmöglichkeiten
Die Tester analysierten Preise und Leistungsangebot anhand einer Checkliste. Dabei stellte sich heraus, dass sechs Portale keine Daten im gängigen MP3-, sondern nur im WMA-Format (Windows Media Audio) anbieten. „Das schränkt die Nutzungsmöglichkeiten enorm ein“, sagt DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer, „denn dieses Format kann nur mit kompatiblen Endgeräten abgespielt werden.“ Ein weiterer Kritikpunkt waren die Preisangebote: Bei den meisten Portalen muss jeder Song und jedes Album einzeln gekauft werden, Flatrates oder Abos sind noch die Ausnahme.

Vertipper werden nicht verziehen
Beim Service gab das DISQ keinem Anbieter eine bessere Note als „befriedigend“. Was die Tester nervte: Auf ein Fünftel der Mail-Anfragen kam keine Antwort – und wenn doch, enthielt sie häufig Standardtexte oder war unvollständig. Auch mit der Gestaltung der Webseiten konnte sich das Institut oft nicht anfreunden, hier kam ein Drittel der getesteten Portale lediglich auf ein „ausreichend“. Mängel zeigen sich beispielsweise in der Suchfunktion: Vertipper werden nicht verziehen, wer sich beim Songtitel oder Interpreten verschreibt, sucht vergeblich.

Den besten Service, so das Urteil des DISQ, bietet Eventim Music, die beste Leistung hingegen Napster. Zum Gesamtsieger kürten die Tester letztlich Musicload, gefolgt von iTunes auf dem zweiten und Napster auf dem dritten Platz.