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Neue Wege in der Medizin

Die digitale Vernetzung von radiologischen Praxen sichert Patienten eine hochwertige Versorgung zu.

Jeder, bei dem schon einmal eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) durchgeführt wurde, kennt diesen Ablauf: Der Patient erhält eine CD mit seinen Bildern sowie einen Befundbrief. Die CD kann sich der Patient zu Hause in der Regel nicht noch einmal anschauen, da es keine Computer mehr mit CD-Laufwerken gibt. Geht der Patient mit der CD zu seinem Facharzt oder in ein Krankenhaus, beginnt ein umständliches, zeitaufwendiges und fehleranfälliges Prozedere. Denn die CD muss erst noch ausgelesen werden – meistens in einer anderen Abteilung. Erst danach kann der Arzt mit einem Behandlungspfad beginnen.

Im Zuge einer Kooperation mit einem bundesweit agierenden Radiologie-Verbund hat NetCologne eine einheitliche IT-Infrastruktur geschaffen, die es allen angeschlossenen Praxen ermöglicht, in einem gesicherten System auf sämtliche radiologische Anwendungen zuzugreifen.

Der Vorteil dieser zugriffssicheren und zentral gespeicherten Daten sind immens für den Behandlungs­prozess: Denn mit Einverständnis des Patienten können die Bilder für ein Zweitmeinungsverfahren unkompliziert und pseudonymisiert an andere Radiologen und Fachgruppen versendet werden. Für die wissenschaftliche Forschung können, immer die Einwilligung des Patienten vorausgesetzt, die Daten zu bestimmten Krankheitsverläufen weltweit gesammelt und zu Vergleichen herangezogen werden, was maßgeblich zu erweiterten Erkenntnissen und damit zu Verbesserungen in der Diagnose und Therapie beiträgt.

Die Möglichkeit, Patientendaten an Dritte weiter­zugeben, existiert in Deutschland erst seit 2016. In dem Jahr wurde eigens dafür eine Novelle des § 203 StGB verabschiedet. Seitdem können Praxen für ein zentralisiertes Datenmanagement Rechenzentren bzw. Cloudkonzepte heranziehen, für die ganz besonders hohe Sicherheits- und Wartungsmaßnahmen gelten.

Bisher wurde im ambulanten Bereich in der Regel nur ein Minimum an IT-Infrastrukturen eingesetzt. ­Diesen fehlte es vielfach an Standards und vor allem an Datensicherheit und -schutz. Durch die Zentralisierung der Daten in Rechenzentren müssen sich die medizinischen Einrichtungen nicht länger um die Pflege der IT und der Daten kümmern, sondern können ihren Fokus ganz auf die Patientenversorgung legen, womit gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung steigt.

Besonders NetCologne zeichnet sich als Technologiepartner für die Gesundheitsbranche aus. Denn das Unternehmen verfügt über ein privat geschütztes Datennetzwerk sowie über zertifizierte Rechenzentren und kann bei der Digitalisierung medizinischer Einrichtungen alle Services aus einer Hand anbieten.

Digitalisierung schafft Chancen

Fest steht, dass die Gesundheitsbranche heutzutage nicht mehr auf eine digitale Transformation verzichten kann. Vonseiten des Gesetzgebers ist jede Praxis verpflichtet, online abzurechnen. Auch Telematik-Infrastrukturen sind seit Kurzem gesetzlich vorgeschrieben.

Vor allem radiologische Einrichtungen profitieren enorm von der Digitalisierung, da hier besonders große Daten­mengen produziert und archiviert werden. Hinzu kommt, dass in der Radiologie immer häufiger künstliche Intelligenz (KI) zur Auswertung von Röntgenbildern herangezogen wird. Mit tollen Ergebnissen.

So erzielten Wissenschaftler in Großbritannien bei einem Versuch mit einer KI-Analyse 98 Prozent richtige Ergebnisse. Außerdem konnten sie in einer Simulation die durchschnittliche Zeit für einen Bericht bei kritischen Befunden von 11,2 Tagen auf 2,7 Tage verringern. Die Röntgenbildanalyse stellt nicht nur eine präzisere Diagnostik und eine große Entlastung für Radiologen dar, sie kann auch Leben retten.