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Need for Speed in der Region

Bandbreite ist ein strategischer Standortfaktor für die Wirtschaft in der Region. NetCologne Geschäftsführer Jost Hermanns hat daher den Netzausbau in die Fläche als eines der wichtigsten Unternehmensziele erklärt.

„Die täglichen Anwendungen erfordern immer höhere Bandbreiten“, erklärt Hermanns. „Dem können wir nur gerecht werden, indem wir die Glasfaserinfrastruktur konsequent weiter ausbauen.“ Jenseits der Großstädte ist aber ein Direktanschluss der Glasfaser bis in die Keller der Gebäude hinein derzeit wirtschaftlich und zeitlich nicht abbildbar. „Die flächendeckende Versorgung der Region mit schnellem Internet ist dringend und darf nicht mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Deshalb liegt unser Fokus im ersten Step auf der Erweiterung der sogenannten FttC-Infrastruktur (Fibre to the Curb).“ Dabei werden Glasfaserkabel zunächst nur bis zu dem grauen Kasten (Kabelverzweiger) am Straßenrand verlegt. Von dort werden die Signale auf die bereits unter der Erde liegenden und bis in alle Gebäudekeller hineinreichenden Kupferkabel übertragen.

Turbo für die Kupferleitung
Jene Kupferkabel waren in der Vergangenheit das Nadelöhr in der Datenübertragung. Das ist jetzt anders – dank Vectoring. Vectoring könnte man als Turbo für die Kupferleitung erklären. Damit sind dann sogar über die „alten“ Kupferkabel Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s realisierbar (siehe Kasten „Vectoring einfach erklärt“).
„Die Erschließung der Kabelverzweiger in Kombination mit dem Einsatz von Vectoring ist die derzeit schnellste und kostengünstigste Art, um schnelles Internet flächendeckend in der Region auszubauen“, erklärt Hermanns. „Und damit haben wir die optimale Grundlage gelegt, um in der Zukunft, wenn wir bei einem Bandbreitenbedarf im Gigabit-Bereich angekommen sind, die Glasfaser in einem zweiten Step vom Kabelverzweiger bis in jeden einzelnen Keller hinein zu verlegen.“

Welcher Anbieter wo ausbauen darf, ist von der Bundesnetzagentur geregelt. „In der Branche ist ein Windhundrennen losgebrochen. Denn die Bundesnetzagentur hat entschieden: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, so Jost Hermanns weiter. „Da wir in den letzten zehn Jahren intensive Erfahrung im Glasfaserausbau gesammelt haben, konnten wir das Rennen oft erfolgreich für uns entscheiden. Und das, obwohl wir gegen bundesweit agierende Giganten antreten müssen.“ Zuletzt erschloss der Regional-Carrier zahlreiche Ortschaften im Rhein-Erft Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Bergisch Gladbach und Leverkusen, nicht selten unter Einsatz des Vectoring. Darunter finden sich auch zahlreiche Gewerbegebiete, in denen Unternehmen nun von Hochgeschwindigkeits-Internet profitieren, unter anderem in Wesseling, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Bergheim-Paffendorf, Bedburg, Frechen und Siegburg-Zange.

NETINFO
Vectoring einfach erklärt
Die einzelnen Adern in einem Kupferkabel haben die negative Eigenschaft, bei der Datenübertragung elektromagnetische Wellen abzustrahlen, die sich gegenseitig stören und die Datengeschwindigkeit verringern. Beim Vectoring werden spezielle Kleinstcomputer in den grauen Schaltkästen am Straßenrand (Kabelverzweiger) eingebaut. Diese messen die Störsignale und korrigieren sie in Echtzeit. So können trotz Kupferkabel Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s erreicht werden.