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Mehr Bürgerorientierung im Netz

Über 10.000 Behörden-Webseitzen wurden überprüft, und  diese große Untersuchung der Europäischen Kommission zeigt: Dienstleistungen von Ämtern per Internet – auch als „eGovernment“ bezeichnet – sind heute in vielen Staaten längst selbstverständlich. Besonders Deutschland hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt.

10.000 Behörden-Webseiten geprüft
82 Prozent der 20 wichtigsten Behörden-Dienstleistungen – darunter beispielsweise Steuerangelegenheiten, die Arbeitsverwaltung sowie Pässe und Führerscheine – sind in den Staaten der EU (außerdem in Kroatien, Island, Norwegen, Schweiz und Türkei) inzwischen komplett online verfügbar. Das besagt eine neue Studie der EU-Kommission zur Entwicklung der elektronischen Verwaltung, für die über 10.000 Behörden-Webseiten in 32 Staaten untersucht wurden. Die Bilanz ist positiv: Im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2009 legte das eGovernment insgesamt um 13 Prozentpunkte zu.

Auf Länder- und Kommunalebene noch Lücken
Hierzulande sind inzwischen 95 Prozent der untersuchten 20 Behörden-Dienstleistungen online verfügbar – damit konnte sich Deutschland seit 2009 sogar um 21 Prozentpunkte verbessern. Die Gestaltung der deutschen Behördenportale, lobt die EU-Studie, sei „bürgerorientiert“, auch die Benutzerfreundlichkeit sei zufriedenstellend. Nachholbedarf bestehe allerdings noch bei der Vernetzung der Angebote. Deutschland müsse die eGorvernment-Leistungen auf der Ebene der Länder und Kommunen noch stärker ausbauen und mehr Querverbindungen schaffen. Schließlich gelte es, dem Wandel in Gesellschaft Rechnung zu tragen – er bringe immer mehr engagierte und gleichzeitig technisch versierte Bürger hervor.