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Jahrelang ohne Update

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Bei ihren PC-Betriebssystemen sorgen die meisten Computernutzer regelmäßig für Aktualisierungen. Bei Anwendersoftware hingegen arbeiten sie oft jahrelang mit den gewohnten, aber teilweise auch veralteten Programmen. Eine sehr gefährliche Praxis, findet Microsoft.

Microsoft dominiert den Markt
Auf zig Millionen Rechnern sind das Betriebssystem Windows und die Anwenderprogramme des Office-Pakets installiert, beides Produkte des Software-Giganten Microsoft. Dessen marktbeherrschende Stellung ist gewaltig: Auf über 90 Prozent aller PCs weltweit läuft eine Version von Windows. Bei den Anwenderprogrammen ist die Dominanz nicht ganz so stark, aber auch hier setzen die Office-Programme klar den Standard.

Primäres Ziel für Hacker und Viren-Programmierer
Diese Dominanz hat auch Nachteile: Hacker und Versender von Viren oder anderen Schadprogrammen konzentrieren sich naturgemäß auf die Microsoft-Programme, weil sie dort die größte Wirkung erzielen. Für Microsoft bedeutet dies, dass man besonders hohen Aufwand im Bereich Updates betreiben muss, um auf solche Attacken zu reagieren und Sicherheitslecks zu schließen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die User Updates oder neue Versionen auch prompt installieren. Doch dabei hapert es, wie der neue „Security Intelligence Report“ von Microsoft festgestellt hat. Er erscheint halbjährlich und basiert nach Angaben des Unternehmens auf den anonymisiert gesammelten Daten von weltweit rund 500 Millionen Windows-Computern.

Betriebssysteme hui, Anwendersoftware pfui
Demnach werden die Windows-Betriebssysteme regelmäßig aktualisiert. Das zahlt sich aus: Rechner mit den Windows-Versionen 7 oder Vista (mit dem Service Pack 2), so der Report, seien weitaus weniger von Sicherheitsproblemen betroffen als solche mit den Vorgänger-Versionen. Um die Anwendungs-Software kümmern sich viele User hingegen wenig. Die Auswertung zeige beispielsweise, dass manche User des Office-2003-Pakets seit der Installation vor sieben Jahre kein einziges Update vorgenommen hätten. Besonders die nach wie vor hohe Verbreitung des Microsoft-Browsers „Internet Explorer 6“ (der bereits seit 2001 auf den Markt ist) sei bedenklich. „Wir empfehlen dringend, kostenlos auf die aktuelle Version 8 upzudaten“, so Microsoft-Sicherheitssprecher Gerhards Göschl. „Sie bietet ein deutlich höheres Schutzniveau als ältere Browserversionen.“

Hoher Anteil von Schwarzkopien
Eine Teil-Erklärung für die geringe Aktualisierungsrate von Anwendungs-Programmen liefert möglicherweise eine Umfrage, die Microsoft bei TNS Emnid in Auftrag gegeben hat. Ihr Ergebnis: Fast jeder sechste Computerbesitzer in Deutschland hat schon mal lizenzpflichtige Software illegal für Freunde kopiert oder weitergegeben – und sogar jeder vierte hat schon mal kopierte Software auf seinem Rechner installiert. Und bei nicht lizenzierten Schwarzkopien von Programmen ist ein Updaten schwierig, erst recht ein kostenloses.