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Harte Zeiten für Passwort-Knacker

Sollten Sie als Internet-User bislang von Hacker-Angriffen aus dem Web verschont geblieben sein, dürfen Sie sich freuen. Doch das ist kein Grund zur Entwarnung, denn die Zahl der Web-Attacken steigt. Darum: Bleiben Sie auf der Hut und machen Sie Online-Gaunern das Leben so schwer wie möglich. Zum Beispiel durch sichere Passwörter.

Allzu simple Zeichenfolgen
Eine US-Untersuchung brachte es kürzlich an den Tag: Bei der Erfindung von Passwörtern, um den Zugang zum Internet, zur Social Community oder anderen Online-Diensten zu sichern, sind amerikanische User wenig kreativ. Selbst Administratoren von Firmen-Netzwerken, also ausgemachte Profis, begnügen sich oft mit so simplen Zeichenfolgen wie „123456“, „abc123“ oder „iloveyou“. Die lassen sich zwar leicht merken – aber ein halbwegs geübter Online-Gauner knackt die mit links.

Was macht ein Passwort sicher?
Experten empfehlen, möglichst sichere Passwörter zu wählen. Doch was macht ein Passwort sicherer als ein anderes? Hier zunächst ein paar einfache Tipps:

  • Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens acht (besser mehr) Zeichen. Kürzere Wörter sind zwar bequemer, aber auch leichter herauszubekommen.
  • Vermeiden Sie tatsächlich existierende Worte. Selbst wenn sie aus einer anderen Sprache stammen, sind sie leichter zu erraten als eine sinnlose Zeichenkombination.
  • Verwenden Sie in Ihrem Passwort Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, dazu auch Groß- und Kleinschreibung. Je wirrer, desto besser.

Verschlüsselung für den Hausgebrauch
Leider sind so aufgebaute Passwörter recht schwer zu merken – gerade darum bleiben viele User ja hartnäckig beim Namen des Hundes oder dem Geburtsdatum der Tochter. Aber es gibt einige Methoden, mit denen man sichere Passwörter erstellen kann, die sich trotzdem leicht merken lassen.

  • Methode 1: Der heimliche Dichter
    Nehmen Sie eine Zeile aus Ihrem Lieblingsgedicht oder -lied und verwenden Sie nur den ersten Buchstaben jedes Wortes. Beispiel: Aus „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“ wird „wrssdnuw“ – Kauderwelsch mit klassischem Hintergrund.
  • Methode 2: Vertippen mit System
    Wenn man auf der Tastatur jeweils eine Taste zu weit rechts tippt, mutiert ein harmloses „Kaninchen“ zum einem Buchstabenzombie namens „Lsmomvjrm“.
  • Methode 3: Die Zahlentheorie
    Ersetzen Sie einzelne Buchstaben durch Zahlen. Das Shakespeare-Zitat „To be or not to be“ kann man mit etwas Fantasie auch „2beon2be“ schreiben. Nach diesem Prinzip lassen sich viele Worte verfremden – Birken2g, 3stigkeit, Re4, 7schläfer, Ver8ung, H11er.
  • Methode 4: Das Legasthenie-Prinzip
    Kombinieren Sie mehrere Wörter sinnfrei miteinander, fügen Sie Satzzeichen ein, ersetzen Sie Buchstaben durch Zahlen, schreiben Sie andere willkürlich groß. So entsteht zum Beispiel aus der Kombination von „finster“, „backen“ und einem Prozentzeichen das bildschöne Passwort „f!NsTer%6acK3N“.

Passwörter nicht auf dem Rechner speichern
Noch ein wichtiger Tipp zum Schluss: Manche Programme oder Portale bieten an, das Passwort auf dem Rechner abzuspeichern. Tun Sie das nicht! Erstens können gerade solche Speicherdateien von Hackern ausgespäht werden. Und zweitens: Je öfter Sie Ihr Passwort per Hand eingeben, desto leichter merken Sie es sich.