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Es geht los mit .koeln im World Wide
Web!

Als eine der ersten Städte weltweit wird Köln bald über eigene Top Level Domains (die Endung einer Webadresse hinter dem Punkt) im Internet verfügen – sie lauten „.koeln“ und „.cologne“. Wer kann die Endung nutzen? Was sind ihre Vorteile? Ein Interview mit NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns über die neuen Domains.

Freizeichen: Herr Hermanns, was habe ich als Internet-User von .koeln?

Jost Hermanns: Eine ganze Menge. Wenn Sie heute eine neue Website mit der Standard-Endung .de registrieren lassen wollen, werden Sie schnell feststellen, dass alle kurzen, knackigen Adressen längst vergeben sind. Bei Endungen wie .de oder auch .com müssen Sie inzwischen auf Bandwurmnamen ausweichen, die sich kein Mensch merken und dann bei Bedarf auch nicht eingeben kann. Bei .koeln ist das anders: Damit kann man sich für seine Homepage wieder einprägsame Namen einfallen lassen, die zudem sofort einen Bezug zu Köln herstellen.

Freizeichen: Wäre die Schreibweise mit ö nicht naheliegender gewesen?

Jost Hermanns: Das Web ist nun mal international, und deutsche Umlaute lassen sich mit ausländischen Tastaturen leider nur sehr umständlich einfügen. Darum haben wir uns für die Schreibweise mit oe entschieden. Aus diesem Grund gibt es übrigens auch noch die zweite TLD „.cologne“, die auch im Ausland die Verbindung zu Köln herstellt.

Freizeichen: Für wen kommt .koeln in Frage?

Jost Hermanns:
.koeln kann jeder nutzen. Gerade kleine Firmen, Vereine oder Privatpersonen haben große Vorteile davon: Sie brauchen keine umständlichen Adressen wie alfons-mustermann-koeln-lindenthal.de mehr – jetzt reicht vielleicht schon mustermann.koeln.

Freizeichen: Wie profitiert die Stadt von der neuen Domain?

Jost Hermanns: Köln wird mit der neuen Endung seine Präsenz im Internet deutlich erhöhen – die Stadt wird damit zu einer regelrechten Online-Marke. Angebote mit .koeln oder .cologne werden im Web künftig leichter aufzufinden sein, denn Städtedomains werden von den Suchmaschinen höher gewichtet und früher angezeigt. Davon profitieren die Inhaber der Seiten, aber ebenso die Stadt.

Freizeichen: Wie nehmen die Kölner die Endung an?

Jost Hermanns: Sehr gut. Es sind schon über 100.000 Vorreservierungen eingegangen, die jetzt ab dem 12. Juni sukzessive online gehen können. Bis zum 26. August haben Markeninhaber, Kölner Vereine und auch Non-Profit Organisationen Vorrechte. Ab dem 26. August 2014 werden dann .koeln-Domains zu täglich abnehmenden Beträgen versteigert und ab dem 05. September gehen alle Endungen, die noch nicht vergeben sind, in den freien Verkauf.

Freizeichen: Und wie kann ich mir eine Webadresse reservieren lassen?

Jost Hermanns: Gehen Sie einfach auf www.punktkoeln.de und geben Sie dort Ihre Wunschadresse ein. Die Reservierung ist gratis und unverbindlich. Um die Chancen auf Ihre Wunschdomain zu verbessern, können Sie zwischen dem 26.8 und 4.9. auch einen Einmalbetrag bieten. Das erste und höchste Angebot erhält dann den Zuschlag.

Freizeichen: Und was hat NetCologne mit der ganzen Sache zu tun?

Jost Hermanns: Ganz einfach. Nachdem die grundsätzliche Entscheidung für .koeln seitens der Stadt gefallen war, hat sich NetCologne um das recht komplizierte und aufwendige Beantragungsverfahren gekümmert. Neue Top Level Domains werden von einer Organisation namens ICANN in Los Angeles vergeben. Vor anderthalb Jahren haben wir von dort grünes Licht bekommen. Wir sind also der technische Betreiber der neuen Adressen.

Freizeichen: Vielen Dank Herr Hermanns!

Ein Video zu den neuen Top-Level-Domians finden Sie hier.