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Digital und analog verbinden

Die Digitalisierung sorgt bei allen Branchen und Märkten für eine starke Dynamik. Darauf müssen auch Messestandorte wie die Koelnmesse reagieren.

Zum Messegeschäft gehört es, den Dialog zwischen wirtschaftlichen Akteuren und Kunden zu fördern. Das gilt heute genauso wie für 1924, als die erste Kölner Messe der Neuzeit stattfand. Aber Messen sind auch Impulsgeber. Sie müssen in der Lage sein, viel schneller und mit innovativen Ideen und Konzepten die Entwicklungen verschiedener Wirtschaftszweige aufzugreifen und ihnen eine zukunftsorientierte Plattform zu bieten, auf der sich die jeweilige Branche präsentieren kann.

Treiber der Zukunftsentwicklung von Messen sind digitale Technologien. So will die Koelnmesse allein bis 2022 rund 50 Millionen Euro in die Digitalisierung investieren.„Unser Engagement für die digitale Transformation geht in verschiedene Richtungen“, sagt Messechef Gerald Böse. „Wir entwickeln uns einerseits als Unternehmen weiter, indem wir zum Beispiel unsere Prozesse mehr und mehr digitalisieren.“ Gemeint sind damit u. a. das An­meldeverfahren der Messeaussteller oder die Buchung von Serviceleistungen. Sie sollen für die Kunden ebenso wie für die Unternehmen künftig komplett digital funktionieren. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden einen Messestand oder eine Servicedienstleistung so unkompliziert buchen können, wie sie es auch vom Onlinehändler ihres Vertrauens gewohnt sind“, erläutert Böse.

Bereits jetzt bietet die Koelnmesse vermehrt digitale Services an wie das Leadtracking, das die Messenachbereitung der Kunden unterstützt. Durch das Abscannen des Tickets am Stand stehen den Ausstellern die Kontaktdaten der Standbesucher in digitaler Form zur Verfügung. Das erspart den Unternehmen das mühsame Einsammeln und Abtippen von Visitenkarten.„Ein dritter Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Infrastruktur des Messegeländes“, sagt Böse. Dazu gehört die Einführung des Digital Signage Systems. Es zeigt den Messebesuchern auf großen LED-Flächen Informationen an, kann aber ebenso gut von den Ausstellern als digitale Werbefläche genutzt werden. Auch die Neubauten im Rahmen des Investitionsprogramms Koelnmesse 3.0 werden nach neuesten technischen Standards errichtet.

5G als eigenes Campus-Netz

„Auch 5G ist ein wichtiges Thema für uns“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Koelnmesse. Erste Testszenarien seien bereits gelaufen. „Wir prüfen, inwieweit wir unseren Kunden ein eigenes Campus-Netz auf dem Messegelände zur Verfügung stellen können, um ihnen Anwendungen aus dem Umfeld Industrie 4.0 zu ermöglichen“, sagt Böse.

„Wichtig ist uns bei all unseren Investitionen in digitale Themen, dass wir damit entweder für unsere Kunden, für unser Unternehmen oder auch für die Umwelt und Gesellschaft einen Mehrwert schaffen“, erklärt der Messechef. Das betrifft beispielsweise das Projekt der Digitalisierung des Verkehrsmanagements. Denn durch die damit verbundenen Maßnahmen, die u. a. mithilfe von Fördergeldern des Bundesverkehrsministeriums umgesetzt werden, reduziert die Messe nicht nur Wartezeiten im An- und Abbauverkehr, sondern leistet durch Emissionsreduktionen auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Kölner Region.

Bestimmte digitale Rahmenbedingungen sind laut Gerald Böse einfach ein Muss: „Ohne ein LAN- und WLAN-Netz auf Topniveau funktioniert heute ­keine Messe mehr. Das erwarten sowohl die Aussteller als auch die Besucher“, sagt er. Für die kommenden Jahre sieht Böse die intelligente Nutzung von Daten als besondere Chance an. „Wir wollen es schaffen, unsere Aussteller und Besucher noch gezielter anhand ihrer Interessen und ­Bedürfnisse zu verbinden und miteinander ins Gespräch zu bringen, sowohl persönlich auf den Messen als auch digital.“

Als ein digitaler Partner arbeitet die NetCologne an der Seite der Koelnmesse. „Nach einem sehr intensiven Bieterverfahren haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit NetCologne in den kommenden zehn Jahren fortzusetzen“, beschreibt Gerald Böse die kürzlich erfolgte Vertragsverlängerung mit dem Telekommunikationsunternehmen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir auf dieser Basis unseren Kunden zeitgemäße Dienstleistungen mit modernster Technik anbieten können und für die wachsenden Anforderungen sowohl unserer Kunden als auch des Messegeschäfts sehr gut aufgestellt sind.“