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Der Mitmensch im Internet

Mitmensch

Ist das Internet eine kalte, anonyme Kunstwelt aus Bits und Bytes, wo der „menschliche Faktor“ kaum noch eine Rolle spielt? Manchem scheint das tatsächlich so – doch eine aktuelle Untersuchung legt eher das Gegenteil nahe: Auch im Internet „menschelt“ es gewaltig.

Weit verbreitet: Stöbern nach Promis
Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid zeigt, dass auch im Internet offenbar nichts interessanter ist als andere Menschen. Denn fast zwei Drittel (63 Prozent) der befragten deutschen Internet-User gehen im Netz auf die Suche nach ihren Mitmenschen. Weit verbreitet ist beispielsweise das Stöbern nach Prominenten – über die Hälfte der befragten Internet-User hat das schon einmal getan. Aber auch Infos über Freunde, Bekannte, Verwandte oder Arbeitskollegen werden häufig abgerufen. Und was der eigene Partner im Netz so treibt, interessiert immerhin 24 Prozent aller Frauen (umgekehrt jedoch nur 16 Prozent der Männer).

Jeder Fünfte ist im Web „vorhanden“
Mit heimlichem Ausspionieren hat das nichts zu tun – in vielen Fällen kann es einfach bedeuten, dass man beispielsweise die Homepage eines Bekannten im Internet angeklickt hat. Doch auch, wer über keine eigene Internet-Präsenz verfügt, ist möglicherweise in irgendeiner Form im Web „vorhanden“ – und sei es nur durch einen Eintrag im Online-Telefonbuch. Was beispielsweise die Suche nach verschollenen Bekannten oder ehemaligen Klassenkameraden wesentlich einfacher macht als früher.

Und was steht über mich im Netz?
An einem zeigten sich die Teilnehmer der Emnid-Umfrage übrigens noch interessierter als an ihren Mitmenschen: 70 Prozent gaben an, dass sie schon mal überprüft hätten, was über sie selbst im Internet steht. Falls Sie das selbst mal herausfinden wollen: Recht einfach und schnell geht es mit Personen-Suchmaschinen wie yasni oder 123people.