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Damit der Dom erhalten bleibt

NetCologne gehört zu den Förderern eines der traditionsreichsten Vereine von Köln: Der ehrwürdige „Zentral Dombau Verein“ (ZDV), gegründet 1842, feiert am 14. Februar sein 170-jähriges Bestehen. Der Verein trug im 19. Jahrhundert maßgeblich dazu bei, dass der Dom überhaupt fertig gebaut wurde. Heute sorgt für seinen Erhalt.

„Eine Schande für unsere Stadt“
Sulpiz Boisserée fand bei einer Versammlung im Jahr 1840 aufrüttelnde Worte: „Fast 600 Jahre“, so wetterte der Kölner Kunstsammler, „sind vergangen, da der Kölner Erzbischof den Grundstein für eine gotische Kathedrale nach französischem Vorbild legte. Und schon über 300 Jahre ist es her, dass die Bauarbeiten eingestellt wurden!“ Und er schloss: „Der Dom-Torso ist eine Schande für unsere Stadt! Lasst uns dafür sorgen, dass er endlich fertig gebaut wird!“

Treibende Kraft des Dombau-Projekts
Boisserées Appell fiel auf fruchtbaren Boden – und der Rest ist Geschichte: Am 14. Februar 1842, vor exakt 170 Jahren, fand im Kölner Gürzenich die erste Generalversammlung des „Zentral Dombau Vereins“ statt. Er war in den folgenden Jahrzehnten die treibende Kraft hinter dem gewaltigen Dombau-Projekt, das am 15. Oktober 1880 mit der feierlichen Eröffnung der vollendeten Kathedrale seinen Abschluss fand.

Steinbrocken fiel aus der Fassade
Eigentlich war die Aufgabe des ZDV erfüllt. Doch bald zeigte sich, dass der Verein weiterhin gebraucht wurde: Bereits 1903 wurden gravierende Witterungsschäden am Dom festgestellt. Drei Jahre später fiel ein großer Brocken herab, mitten zwischen die Menschen, die gerade durch das Hauptportal gingen – es war reines Glück, dass niemand verletzt wurde. Das war kein akzeptabler Zustand, also setzte sich der ZDV ein neues Ziel: Jetzt sammelte er nicht mehr für den Bau, sondern den Erhalt des Doms.

ZDV stellt 60 Prozent der Erhaltungskosten
Daran hat sich bis heute nichts geändert, und das wird auch so bleiben. Denn nach wie vor setzen aggressive Substanzen in Luft und Regenwasser dem Dom schwer zu. Teile des Mauer- und Strebewerks, der Skulpturen, ebenso der Fensterflächen sind angegriffen und müssen von den Fachleuten der Dombauhütte aufwändig konserviert oder ersetzt werden (auf unserem Bild ist das Gerüst am Nordturm zu erkennen, wo seit Jahren gearbeitet wird). Das kostet viel Geld – und darum kümmert sich der ZDV. Im Laufe der Jahre hat der Verein, der heute rund 13.000 Mitglieder in aller Welt hat, rund 1,4 Milliarden Euro für den Erhalt der Kathedrale zusammengebracht. Wie unverzichtbar dieses Engagement ist, zeigen die blanken Zahlen: Gut 40 Prozent von den zehn Millionen Euro, die pro Jahr für die Arbeiten am Dom benötigt werden, übernehmen Staat und Kirche – doch die restlichen 60 Prozent kommen vom ZDV. Weitere Infos zur Arbeit des ZDV finden Sie hier.