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Cybermobbing ist weit verbreitet

Rund 17 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind nach eigenen Angaben schon mal das Opfer von Mobbing im Internet geworden – das ist fast jede(r) Sechste. Am häufigsten betroffen sind die 14-Jährigen. Die häufigsten Formen sind Beschimpfungen und Beleidigungen, es folgen Gerüchte und Verleumdungen.

10.000 Personen befragt
Das ergab eine Umfrage, an der rund 10.000 Personen teilnahmen. Auftraggeber war das „Bündnis gegen Cybermobbing e.V.“ in Karlsruhe, ein Netzwerk von Eltern, Pädagogen, Juristen, Wissenschaftlern, Unternehmen und Politikern. Unterstützt wurde die Studie, für die sowohl Schüler als auch Eltern und Lehrer befragt wurden, von der Versicherung ARAG SE.

Täter handeln oft aus Langeweile
Rund 19 Prozent der Schülerinnen und Schüler räumen ein, selbst schon mal im Web gemobbt zu haben. Nicht immer steckte dahinter der explizite Wunsch, jemanden zu verletzen oder einzuschüchtern: Viele behaupten, lediglich aus „Spaß“ oder Langeweile gehandelt zu haben. Fast ein Drittel der Täter gibt an, selbst auch schon online gemobbt worden zu sein.

Eltern fühlen sich oft überfordert
Einige weitere Ergebnisse der Umfrage: 90 Prozent der Eltern glauben, dass die Anonymität im Internet bei den Kindern und Jugendlichen zu einem enthemmteren Verhalten führe. Der Einfluss der Medien erschwere die Erziehung, gleichzeitig gaben viele an, sich beim Thema Internet überfordert zu fühlen. Nur eine Minderheit der Eltern begleitet oder kontrolliert die Online-Aktivitäten ihrer Kinder.

Viele Lehrer kennen Fälle von Cybermobbing
Sechs von zehn befragten Lehrer waren konkrete Fälle von Cybermobbing unter ihren Schülern bekannt. Viele bestätigen die These, dass sich die Gewalt unter Jugendlichen unter dem Einfluss der neuen Medien verändert habe. Allerdings beklagen viele Pädagogen auch, dass es ihnen an Fachwissen über die Gefahren des Internets fehle. Informationen zu diesem Thema stehen unter www.buendnis-gegen-cybermobbing.de. Hier sind auch Stellen aufgelistet, an die man sich im konkreten Fall wenden kann.