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Bei Jüngeren liegt Internet weit vor TV

Fernsehen

Eine aktuelle Untersuchung belegt: Vor allem bei Jüngeren hat sich das Internet zum bevorzugten Medium gemausert. Sie schätzen die Aktualität der Informationen und ihre kostenlose Verfügbarkeit – selbst Filme und Serien schauen sie nicht mehr im Fernsehen, sondern im Web.

Fernsehen verliert, Internet gewinnt
Für immer mehr Menschen, vor allem jüngere, ist das Internet längst das Medium Nummer 1. Die Altersgruppe der 11- bis 39-Jährigen verwendet bereits 40 Prozent der Zeit, die sie insgesamt für Medien nutzt, auf das Internet. Das Fernsehen kommt nur noch auf 25 Prozent, gedruckte Medien und Radio erreichen jeweils zehn Prozent. Das ist ein Ergebnis der Jugendstudie „Timescout“ des Hamburger Marktforschungsunternehmens tfactory.

Serien gucken im Web
Demnach schauen die Hälfte der Teenys zwischen 15 und 19 Jahren ihre Lieblingsserien inzwischen nicht mehr im TV an, sondern im Web. Der Fernseher wird zwar noch eingeschaltet, aber er läuft nur noch als „Hintergrundmedium des Alltags“ mehr oder weniger unbeachtet mit.

Abkehr von der Lese- und Schreibkultur
Nach Ansicht vom Philipp Ikrath, dem Leiter der Studie, wenden sich junge Menschen zunehmend von der Schreib- und Lesekultur ab. Am Netz reizen sie besonders die höhere Aktualität der Informationen, ihre kostenlose Verfügbarkeit und das bessere Handling. Beim Anschauen von Serien im Internet schätzen sie, dass die Nutzung nicht zeitgebunden ist und man lästige Werbeunterbrechungen umgehen kann.

Seltener in die Disco
Der Internet-Boom, so ein Fazit der Studie, habe ernstzunehmende Folgen nicht nur für die Medienbranche. Auch Gastronomen und Eventveranstalter seien davon betroffen. „Jugendliche gehen seltener in Diskotheken, Clubs und Kneipen“, sagt Ikrath. „Selbst die Partnersuche wird von einem wachsenden Prozentsatz via Computerbildschirm erledigt.“