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Ausblick auf die Breitbandförderung und
ihre Bedeutung für Köln

Ein Beitrag von Thomas Rossbach, Breitbandkoordinator der Stadt Köln

Leistungsfähige Breitbandnetze – egal ob mit Glasfaser im Boden oder mit 5G in der Luft – bedeuten Daseinsvorsorge, nicht nur für eine Metropole wie Köln. Die aktuelle Krise macht dies eindrücklich deutlich. Und auch danach wird durch die nachhaltig veränderten Arbeitsweisen der Bandbreitenbedarf hoch bleiben.

Köln ist dafür gut gerüstet. Die Stadt hat dank NetCologne bundesweit die meisten glasfaser­versorgten Wohneinheiten. Schon frühzeitig wurde in den Ausbau investiert und es sind bereits 72 Prozent der Wohnungen per Glasfaser angebunden. Allerdings ist diese gute Anbindung nicht überall in Köln vorhanden. Gerade in den Gebieten am Stadtrand gibt es häufig nur herkömmliche Kupfer-Doppelader-Leitungen, deren Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen gekommen ist. Das betrifft immerhin 26 000 von insgesamt 160 000 Adressen.

Vor diesem Hintergrund wurde der Gigabit-Masterplan 2025 der Stadt Köln entwickelt und im Juli 2019 einstimmig vom Rat beschlossen.

Erster Schritt ist der Ausbau von besonders schlecht versorgten Adressen (sogenannte weiße Flecken mit unter 30 MBit/s) mit Förderung des Bundes und des Landes NRW, aber auch mit einem städtischen Eigenanteil in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Davon profitieren über 3500 Kölner Haushalte, einige nichtstädtische Schulen, vier noch nicht ausgebaute Gewerbegebiete und sogar ein Krankenhaus. Dafür werden bis zu 45 Mio. Euro investiert – 50 Prozent vom Bund, 40 Prozent vom Land NRW und 10 Prozent von der Stadt. Mit fina­len Förderbescheiden ist gegen Ende des Jahres zu rechnen, sodass die ersten Bauarbeiten im nächsten Jahr starten können.

Graue Flecken sind eine weitere Herausforderung in Köln. Es handelt sich um große Gebiete, meist an der Peripherie, in denen es bisher nur das herkömmliche kupferbasierte Telefonnetz mit bis zu 100 MBit/s gibt. Auch wenn dies heutzutage noch als akzeptabel gelten mag – bei den grauen Flecken handelt es sich nicht um ein Luxusproblem! Spätestens seit Streaming­dienste mit Homeoffices um die Bandbreiten konkurrieren, wurden die Grenzen der vorhandenen Kapazitäten schmerzhaft bewusst. Dies betrifft in Köln ca. 60 000 Haushalte.

Leistungsfähige Infrastrukturen brauchen wir nicht nur im Boden, sondern auch in der Luft. Der neue Mobilfunkstandard 5G bringt nicht nur enorm höhere Bandbreiten als seine Vorgänger, sondern auch erheblich schnelleren Datendurchsatz. Damit reicht seine Bedeutung weit über schnelles mobiles Surfen hinaus.

Deshalb sollten generell die Synergien zwischen Glasfaserausbau und -förderung sowie 5G-Rollout berücksichtigt werden. Ein Glasfasernetz bis in jedes Haus kann die 5G-Ausbaukosten bis zu einem Drittel reduzieren, denn zu weiten Teilen sind die Anbindungs­trassen und somit Tiefbaustrecken für Antennenstandorte identisch mit denen für Häuser. Dies gilt auch für Antennenstandorte beispiels­weise an Laternen. Daher zielt der Gigabit-Masterplan 2025 auf die Unterstützung des 5G-Rollouts durch die Bereitstellung von möglichst vielen städtischen Infrastrukturelementen (Immobilien, Laternen, aber auch Glasfaser- und Stromanbindung) ab.