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Altenberg: Ein Dom im Grünen

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Er ist fast genauso alt wie der Kölner Dom und damit so etwas wie sein „kleiner Bruder“: der Altenberger Dom in Odenthal. Im Jahre 1259 wurde der Grundstein gelegt – damit feiert die gotische Perle des Bergischen Landes 2009 ihr 750-jähriges Bestehen.

Hochgotik im Tal der Dhünn
Streng genommen ist der Name „Dom“ nicht ganz korrekt, denn er verweist normalerwei- se auf einen Bischofssitz – und das war Altenberg nie. Eigentlich ist die idyllisch im Tal der Dhünn gelegene Basilika eine Klosterkirche der Zisterziensermönche. Dieser Orden hatte sehr strenge Regeln für seine Bauten: Sie lagen häufig recht abgelegen, mussten einfach und schlicht gestaltet sein und auf alles Dekorative (wie etwa Heiligenstatuen oder farbige Fenster) verzichten. Bescheidenheit war Trumpf bei den Zisterziensern: Auch ein stolz aufragender Turm war verboten – erlaubt war nur ein kleiner Dachreiter.

Altenberg3Westfenster zeigt das „Himmlische Jerusalem“
Einige dieser Regeln sind im Altenberger Dom ideal verwirklicht. Nur mit dem Verzicht auf alles Dekorative nahm man es in späteren Zeiten nicht mehr so genau. Der schönste Beweis dafür ist das gewaltige, 18 Meter hohe Westfenster des Doms (links), auf dem das „Himmlische Jerusalem“ in all seiner Farbenpracht dargestellt ist.

Zeitweilig nur noch eine malerische Ruine
Von all dieser Pracht war zeitweilig kaum noch etwas zusehen: 1803, im Zuge der Säkularisation, wurde das Kloster aufgelöst, und auf dem Gelände siedelte sich eine Fabrik an. In einer Novembernacht im Jahr 1815 explodierten gelagerte Chemikalien, und der folgende Brand zog das Kirchengebäude schwer in Mitleidenschaft. Danach kümmerte sich niemand um den Bau, so verfiel er immer weiter, schließlich stürzte sogar das Deckengewöl- be ein – vom einstmals stolzen Bergischen Dom war nur noch eine malerische Ruine übrig.

Wiederaufbau mit preußischer Hilfe
Das es dabei nicht blieb, lag ausgerechnet an den im Rheinland nicht allzu gut gelittenen Preußen. Die ließen nicht nur den Kölner Dom fertig bauen, sondern sorgten auch dafür, dass der „kleine Bruder“ in Altenberg wiederhergestellt wurde. Eine Bedingung stellten sie allerdings: Nach der Restaurierung sollte die Kirche auch Protestanten zur Verfügung stehen. Diese Regelung besteht bis heute – als sogenannte „Simultankirche“ hat der Altenberger Dom sowohl eine katholischen als auch eine evangelische Gemeinde.