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20 Jahre NetCologne: Wie baut man
eigentlich ein Netz?

In 20 Jahren ist viel passiert. Manches ist einem noch so präsent, als sei es gestern passiert. Anderes hingegen hat man fast vergessen. Hier sind ein paar Momente aus der Geschichte der NetCologne. Außerdem können Sie Karten für das große Geburtstagskonzert am 20. September im Tanzbrunnen gewinnen.

Von Anfang an war klar: NetCologne baut in Köln ein eigenes Telekommunikationsnetz auf. Ein ziemlich ehrgeiziges Ziel, denn eine Frage war offen: Wie baut man eigentlich so ein Netz? Erfahrung damit hatte damals nur die Deutsche Bundespost bzw. ihre Nachfolgerin die Telekom. Und deren Netz kam als Vorbild nicht in Frage: Allein in Köln umfasste es unter anderem 52 Verteilerstellen, jede einzelne so groß wie ein Haus. Das nachzubauen, hätte Jahrzehnte gedauert. Damit war klar, die NetCologne brauchte ein ganz anderes Netzkonzept.

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Bernhard Mews (heute Abteilungsleiter Network Operations) kam im April 1996 zu NetCologne und erinnert sich: „Ich dachte, dass an dem Netz schon kräftig gearbeitet würde. Doch es gab damals nur einen Projektleiter und einen Projektmitarbeiter – das war ich! Ich hab meinem Chef gesagt, ich sei ein wenig überrascht über die personelle Ausstattung. Doch er antwortete, man müsse das ins richtige Verhältnis setzen: Die Pilgrim Fathers, die in kleinen Nussschalen über den Atlantik nach Amerika gefahren seien, die hätten eine wirkliche Aufgabe vor sich gehabt. Verglichen damit sei unser Projekt doch überschaubar.“

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Zum Marktstart am 1. Januar 1998 legte die NetCologne ihr Tarifmodell fest: In der Hauptzeit kostete ein Anruf im Ortsnetz pro Minute sechs Pfennig, ein Ferngespräch 40 Pfennig, abgerechnet wurde sekundengenau. Damit unterbot man die Telekom, die im Deutschlandtarif noch 62 Pfennig pro Minute berechnete, deutlich. Doch der liberalisierte Markt zeigte schnell Wirkung: Schon Ende 1998 zahlte man für ein Ferngespräch in der Hauptzeit nur noch 19 Pfennig pro Minute. Anderthalb Jahre später waren es 7,2 Pfennig.

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Ende der 90er-Jahre entdeckten viele das Surfen im Internet. Das war allerdings noch ein kostspieliges Vergnügen. Flatrates gab es noch nicht, man zahlte für jede Online-Stunde Verbindungskosten. Dabei surfte man damals noch auf einer ziemlich kleinen Welle: Ein Analog-Modem schaffte 56 kbit/s, mit ISDN kam man auf 64 kbit/s. Dateien herunterzuladen, kostete Zeit, Nerven und Geld. Als NetCologne 1999 dank Kanalbündelung eine Bandbreite von 128 kbit/s anbieten konnte, war das eine Sensation. Das „Highspeed“ der 90er! Heute lächelt man nur noch darüber.

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Das Domspringen war eins der spektakulärsten Events, das NetCologne in Köln veranstaltete. Von 1998 bis 2004 lieferten sich jedes Jahr die besten Stabhochspringer der Welt spannende Wettkämpfe vor dem Kölner Dom. Seit 2005 findet der Wettbewerb vor einer ebenso attraktiven Kulisse statt: vor dem Aachener Kaiserdom. Er hat sich zu einem der beliebtesten internationalen Stabhochsprung-Meetings entwickelt. 2011 siegte der derzeitige Weltrekordhalter Renaud Lavillenie, ein Jahr drauf stellte Björn Otto mit 6,01 Metern in Aachen den aktuellen deutschen Rekord auf.

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Das superschnelle Glasfasernetz, mit dessen Bau NetCologne 2006 in Köln begann, machte bis dahin unvorstellbare Bandbreiten von 100 Mbit/s und mehr möglich. Dank der Glasfaserleitungen bis in die Keller hinein konnte man fünf Mal so schnell im Web surfen wie mit der leistungsfähigsten DSL-Verbindung. Doch nicht jeder zeigte sich davon beeindruckt. Mancher fragte sich, wofür man solche Übertragungsleistungen überhaupt brauchte. Diese Frage hat sich längst erledigt: Seit Jahren schwellen die Datenströme durch Angebote wie IPTV, HD-TV, Online-Videotheken oder die Vernetzung von Haushaltsgeräten an. Und diese Entwicklung geht ungebremst weiter.

Ein Film über die ersten 20 Jahre
Zum Jubiläum hat NetCologne ein kurzes Video über ihre ersten 20 Jahre ins Web gestellt. Schauen Sie doch mal rein – hier können Sie es aufrufen. Und am 20. September steigt im Kölner Tanzbrunnen die große NetCologne-Geburtstagsfeier. Dabei treten fünf der bekanntesten Kölsch-Bands auf – die Klüngelköpp, Kasalla, Cat Ballou, die Paveier und die Bläck Fööss. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen (Infos und Karten gibt’s unter www.netcologne.de/20-jahre)